Sterbebegleitung versus Sterbehilfe

In der Palliativmedizin geht es vor allem um das Leben mit einer schweren Erkrankung, nicht um das Sterben oder um „Sterbehilfe“, schon gar nicht um „aktive Sterbehilfe“. Dennoch kommt es diesbezüglich immer wieder zu Missverständnissen.

Palliative Care leistet Hilfe beim Sterben, jedoch nicht Hilfe zum Sterben im Sinne eines aktiven Beschleunigens des Todeseintritts. Palliative Care verbessert die Lebensqualität von Menschen mit einer nicht heilbaren Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Die Tabelle stellt wichtige Begriffe im Zusammenhang mit der Sterbehilfe gegenüber.

Tab. Sterbehilfe

Selbstverständlich werden professionelle Palliative-Care-Mitarbeiter immer wieder mit Sterbewünschen konfrontiert. Ein solcher Patientenwunsch muss in jeden Fall ernst genommen werden. Häufig stecken aber dahinter andere Bedürfnisse, z.B. der Wunsch nach einer Perspektive oder der Wunsch nach Linderung von Leid. Das wichtigste in dieser Situation ist Zeit, um mit dem Patienten über dessen Wünsche und Ängste zu sprechen und alternative Optionen zur Leidensminderung aufzuzeigen. Dazu gehört u.a. „eine umfassende Aufklärung über Möglichkeiten der medikamentösen und nicht medikamentösen Schmerz- und Symptomkontrolle, u.U. auch die Option der palliativen Sedierung, Therapieverzicht und Therapiebegrenzung sowie der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit“.

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