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Worte, die wirken

„Sprechende Medizin“ ist eine ärztliche Intervention, welche die Kommunikation zwischen Arzt und Patient als Wirkfaktor versteht. Bei der pflegerischen Kommunikation ist das nicht anders. Dieser Beitrag erschien in der Dezemberausgabe der Zeitschrift „Die Schwester/Der Pfleger“. Er zeigt, dass Kommunikationsarbeit kein „Nice-to-have“, sondern integraler Bestandteil der Pflege unheilbar kranker Menschen ist. Viel Freude beim Lesen.

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SAPV, die stille Innovation – ein Buchtipp

Fachverband SAPV Hessen (Hrsg.): Handbuch Qualitätsmanagement in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung Frankfurt, Mabuse-Verlag 2015 ISBN: 978-3-86321-238-4 230 Seiten, Umschlag broschiert 59,95 Euro

Ob in der FAZ, im Spiegel oder im Vorabendprogramm des RBB – fortlaufend berichten Medien über vermeintlich spektakuläre Fortschritte in der Medizin: neue Geräte, neue Techniken, Hoffnung stiftende Therapien. Erste Erfolgsmeldungen verheißen Innovation. Innovationen sind neue Ideen, die zu Produkten oder Verfahren mit bisher unbekanntem Mehrwert führen. Auf die Medizin übertragen bedeutet das: Innovationen sind wirksamer, sicherer, schonender und vielleicht auch billiger. Viele dieser „Innovationen“ entpuppen sich jedoch schnell als Luftnummern und halten einer Evidenzprüfung nicht stand.

Cover_Handbuch-SAPVUnd dann gibt es noch die stillen Innovationen, die ohne den Medien-Tamtam daherkommen, aber umso wirksamer, sicherer, schonender und billiger sind. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist so eine stille Innovation. Denn als der Gesetzgeber diese 2007 als Leistungsanspruch im SGB V verankerte, wurde sozialrechtlich wie versorgungstechnisch Neuland betreten. Zwar hat sich die SAPV-Landschaft dynamisch entwickelt, jedoch – in Bezug auf Vertragsstrukturen, Vergütungen, Leistungsspektrum und auch bezüglich der Qualität – sehr heterogen. Mit diesem Handbuch will der „Fachverband SAPV Hessen“ daher ein wenig Ordnung schaffen und die Qualitätsentwicklung und -sicherung für die (hessischen) SAPV-Leistungserbringer auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Zwar orientieren sich die Herausgeber an hessischen Bedarfen und Strukturen, das umfangreiche Buch dürfte aber auch für SAPV-Teams aus anderen Bundesländern eine wertvolle Arbeitshilfe sein.

Im Zentrum des Handbuchs stehen Prozesse und Standards, die sich beim Qualitätsmanagement in multiprofessionellen Teams bewährt haben. Gerade die praxisnahe Analyse von typischen Kernprozessen nimmt den größten Umfang ein. Beispiel Patientenaufnahme:

  • Ziele und Aufnahmekriterien werden erläutert, Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien einer erfolgreichen Aufnahme definiert.
  • Einen absoluten Mehrwert bilden die zahlreichen prozessbezogenen Muster- und Arbeitsbögen (unter anderem Checkliste Anmeldung, Erstbesuch, Klärung Rechtsanspruch gem. § 37b SGB V etc.), aber auch die übersichtlichen Prozessalgorithmen und Ablaufschemata (ein Grund, warum das Buch im DIN-A-4-Format hergestellt wurde).
  • Für jeden Kernprozess wird auf notwendige Formulare/Dokumente und weiterführende Unterlagen verwiesen. Nach diesem Strickmuster werden mehr als vierzig Prozesse analog durchgearbeitet. Im Anschluss daran subsummiert das Kapitel 4 zahlreiche Standards, die Palliative-Care-Teams für ihre Arbeit adaptieren können, so zum Beispiel einen Standard für die Bestückung der Bereitschaftstasche oder für die gesetzkonforme Verordnung von Hilfsmitteln.

Das Handbuch ist ein Destillat gelebter und erfolgreicher Vernetzung. Fachleute aus mehr als zwanzig Palliative-Care-Teams und aus der Landesarbeitsgemeinschaft Palliativversorgung arbeiteten daran mit. Dies gewährleistet inhaltliche Fülle und dennoch ist die redaktionelle Umsetzung homogen und die Texte lesen sich wie aus einem Guss. Die Autoren haben alle relevanten Richtlinien und viele validierte Messinstrumente berücksichtigt. Insofern gelang ihnen eine tragfähige Übersetzung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere SAPV-Teams in der Gründungs- und Auhbauphase dürften vom Handbuch als Orientierungshilfe profitieren. Der Zugang zu Online-Aktualisierungen auf der Verlagshomepage gewährleistet Nachhaltigkeit. Auch wenn das Handbuch nicht ganz billig ist, so wird es meiner Einschätzung nach eine große Wirksamkeit entfalten. Eine echte Innovation eben.

Quellen/Verweise

Bauer H. Medizinische Innovationen gleich Fortschritt? In: Schumpelick V, Vogel B. Innovationen in Medizin und Gesundheitswesen, Freiburg 2010: 61 ff.
Die Rezension erschien in der Zeitschrift für Palliativmedizin (Heft 2, 2016); mit freundlicher Genehmigung des Georg Thieme Verlags, Stuttgart.

Lernen, sich einzulassen

VertrauenErika Schuchardts „Komplementär-Spiralweg Krisenverarbeitung“ nimmt für sich in Anspruch, den Ablauf von Krisenerlebnissen beschreiben und analysieren zu können. Kann dieses Modell Pflegende unterstützen, ihre Kommunikation mit krebskranken Menschen zu professionalisieren?

Der vorliegende Fachartikel ist der erste von drei Teilen; die Serie erschien 2016 in der „Zeitschrift für Palliativmedizin“.

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Ausbreitung eindämmen

ToilettenstuhlMRGN-Bakterien sind weiter auf dem Vormarsch – auch in Pflegeeinrichtungen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene hat nun einen Maßnahmenplan für den Umgang mit diesen Erregern aufgestellt. Der Artikel erschien in der August-Ausgabe der Zeitschrift „Altenpflege“.

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